Physiologischer Stress entsteht, wenn unser autonomes Nervensystem nachhaltig aus dem Gleichgewicht gekommen ist. Und das passiert automatisch, wenn gegen unsere menschlichen Grundbedürfnisse, Zugehörigkeit, Anerkennung und Respekt, das Gleichgewicht von Geben und Nehmen, früher vor später.. verstoßen wird. Dieses  autonome Nervensystem, sitzt als ausgelagerter Teil unseres Gehirns, im Darm und es funktioniert noch wie bei einem Neandertaler.

Das tückische an physiologischem Stress ist, dass wir ihn nicht bewusst wahrnehmen können, da er unser autonomes Nervensystem angreift und unabhängig von unseren gegenwärtigen Umständen ist. Daher ist er auch nicht einfach mit Verhaltensänderungen wie z.B. dem Erlernen von Entspannungstechniken, abzustellen.

Die beiden Oberbefehlshaber des autonomen Nervensystems sind der Sympathikus und der Parasympathikus und sie regeln noch heute unser Überleben.

Der Parasympathikus ist dabei zuständig für die Wartung und Instandhaltung unseres Körpers, also für alles was in unserem Körper abläuft, ohne dass wir uns darum kümmern müssen.

Der Sympathikus ist unser Alarmsystem und er springt sofort an, wenn unser Leben in Gefahr ist, also der Säbelzahntiger um die Ecke kommt. Alle Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten werden komplett unterbrochen. Die betroffenen Zellen werden weder ver- noch entsorgt, denn wenn wir die nächsten 5 Minuten nicht überleben, dann brauchen wir auch keine Wartung und Instandsetzung unseres Körpers mehr.

Stattdessen werden Stresshormone (z. B. Adrenalin, Cortisol…) ausgeschüttet, der Aggressionspegel steigt und alle Energie geht nur noch in Herz, Lunge und Muskeln, denn die brauchen wir für die Flucht oder den Kampf. So will es die Natur.

Fazit:

Stress ist eigentlich etwas Positives, denn er ermöglicht erst unser Überleben!

Die körperliche Aktivität von Kampf oder Flucht verbraucht die erhöhte Energie und die Stresshormone. Sind wir wieder in Sicherheit, so schaltet sich der Parasympathikus wieder ein und nimmt seine Wartungs-und Instandsetzungsarbeiten wieder auf.

So will es die Evolution noch heute.

Unser Problem:

Verletzungen werden nicht mehr sofort ausagiert, sondern häufig geschluckt. Der Säbelzahntiger von früher ist heute unser cholerischer Chef, unser nervender Partner oder unsere ungeliebte Schwiegermutter, die uns verletzen. Aber wir können nicht einfach aufstehen und fliehen oder der Schwiegermutter eine runter hauen. Also schlucken wir es runter und bleiben auf unserer Verletzung und dem damit verbundenen Stress sitzen.

So entsteht physiologischer Stress und der wird mit jeder nicht aufgelösten Verletzung immer größer bis er uns krank macht.

Dazu kommt noch der Stress, den wir von unseren Vorfahren ererbt haben und das ist angesichts von 2 Weltkriegen nicht gerade wenig.

Irgendwann ist dann das Maß an Angst, Trauer, Wut und Leid, kurz Stress, voll und wir bleiben dauerhaft im Überlebensmodus des Sympathikus stecken. Wartung- und Instandhaltung unseres Körpers findet nicht mehr richtig statt, das schwächt unser Immunsystem und wir werden krank.
                    

 

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